Jürgen Grosse

Jürgen Grosse - (DE)

Jürgen Große (*1962, †2026 Berlin) nennt sich selbst Stadtfotograf. Er Dokumentiert Berlin seit den frühen 1980ern fotografisch, seit den 90ern mit Fokus auf Graffiti und Urban Art. Betrieb den Projektraum „urban art info“. Veröffentlichte 2008 das Standardwerk „Urban Art Photography“.

Mit der "Stadt" ist dabei fast ausschließlich Berlin gemeint. Sein Geburts- und Lebensort hat ohne Zweifel einen großen Einfluss auf die Ästhetik seiner Arbeit. Seit über 20 Jahren dokumentiert Jürgen ungewöhnliche städtische Szenen und Situationen, an denen andere vorbeigehen, ohne sie zu bemerken. Als Meister des Sehens fängt er mit seiner klassischen Film Kamera die urbane Landschaft und ihren Wandel ein, die auf den ersten Blick unsinnig wirkt. Seine Leidenschaft für Graffiti begann in den Neunzigern mit den Streichbombings (roll-up/ roll-down). Er hat ihre Entstehung, ihr Leben und ihren Untergang über Jahre lang fotografisch begleitet. Heute sind seine Motive vor allem Momente, die eigenmächtig und zufällig entstehen. Zum Beispiel Spuren von Baustellen, die die Arbeiter hinterlassen und die oft so absurd wirken, dass sie Fragen aufwerfen. Das, was anderen zerstört, kaputt oder unschön erscheint, gefällt Jürgen Große und es gelingt ihm, diese Situation in Etwas eigenständiges umzuschmelzen - in Fotografie, die aufhört Dokument zu sein und stattdessen zu einer autonomen künstlerischen Arbeit wird. Text: Alena Drahokoupilová

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Große prägte über Jahrzehnte die Berliner Graffiti-Szene und dokumentierte Arbeiten und Interventionen im öffentlichen Raum. Dabei konzentrierte er sich insbesondere auf weniger beachtete Formen urbaner Kunst und fotografierte neben Graffiti auch ungewöhnliche Situationen und Strukturen im Berliner Stadtraum.

2002 gründete Große den Projektraum Urban Art Info in Berlin. Dort zeigte er Arbeiten von Künstlern aus der internationalen Urban-Art-Szene und präsentierte unter anderem Positionen von Banksy, Swoon, Blek Le Rat, Honet, Oz und Erosie.

Als Fotograf dokumentierte Große die Berliner Writer-Szene und ihre Arbeiten im öffentlichen Raum. 2008 erschien sein Buch "Urban Art Photography", das zu einem wichtigen fotografischen Dokument der damaligen Berliner Urban-Art-Szene wurde.

Temporärer Urban-Jürgen-Platz in Kreuzberg

Eine besondere Rolle spielte Große auch beim Urban-Art-Projekt "City of Names", das 2005 im Rahmen der Ausstellung "Backjumps – The Live Issue #2" auf dem Kreuzberger Mariannenplatz entstand. Einer der zentralen Orte des Projekts wurde damals "Urban-Jürgen-Platz" genannt. Neben seiner Arbeit als Fotograf und Galerist unterstützte Große Künstlerinnen und Künstler auch praktisch bei Projekten im öffentlichen Raum. 

Nach Angaben aus seinem Umfeld war Große unheilbar krank und entschied sich, seinem Leben am 15. August ein Ende zu setzen. Er hinterlässt eine Tochter, ein umfangreiches Fotoarchiv sowie eine Sammlung von Werken internationaler Künstler und Objekten aus dem Berliner Stadtraum. Text: https://www.monopol-magazin.de

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