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Most
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Most

Ein Cowboy findet immer seinen Weg: Der Graffitikünstler MOST
entert den Kosmos der Galerie. Die Gestalt, die sich ab 1994 unter dem Pseudonym MOST dem typo-graffisch orientierten Publikum vorstellen wird, hat sich bereits 1989 in der klassisch nächtlichen Fährte des Spot-Jägers und Be-Sprayers eingefunden. Zur Erinnerung: Graffiti Writing im Sinne der amerikanischen Vorreiter existiert in Deutschland seit 1983.

Wir haben es also mit einem Writer der zweiten Generation zu tun, der es jedoch von Beginn an vermeidet, auf einer eintönigen Welle stylistisch zu reiten, sondern durch stete Paarung von Vielfalt und Leidenschaft seinen Namen in die Wahrnehmung der Szene prägt. Nach mehr als zwei Jahrzehnten engagierter, wenn auch nicht gesetzlich abgesicherter Arbeit als Täter auf Zügen und Wänden, führen Mosts Schritte ihn 2015 in seine erste legitime Solo-Show im Galerie-Rahmen.

Mit harten Kontrasten, vornehmlich reduziert in Schwarz und Weiß, sowie einer ungewohnten Kombination aus klassischem Graffitiwriting, Typographie und Geometrie, findet sich Most im White Cube ein. Hier meidet der Künstler den im Graffiti so naheliegenden wie weit verbreiteten Einsatz figurativer Elemente und reduziert in starker Abstraktion die bekannten alphabetischen Konstruktionen formal bis hin zum scheinbar Gegenstandslosen. Jedoch bildet das ewig lockende Spiel der Buchstaben nach wie vor den Ausgangspunkt - der Erschaffer sitzt hier ebenso souverän im Sattel, wie er es in freier Wildbahn unter den extremsten Bedingungen erlernt hat, wenn auch die Schnittigkeit seiner Kapriolen auf das Wesentliche zugespitzt wird.

Most unterwirft seine Signatur, das Tag, das Piece dem Format des Quadrats, einer Form, die den typischen Gestaltungsregeln des Graffitis nicht im Geringsten entspricht - und findet so zu einer differenzierenden eigenen Bildsprache.

In diesen grafischen Studioarbeiten ist eine sich unermüdlich erneuernde Korrelation von Fläche und Kontur zu bewundern, die, in Minimalismus und Klarheit, auf mehreren Ebenen gerade den Betrachter durch extrem geordneten Bildaufbau überrascht, dessen Assoziation von »Graffiti« in traditionell überbordender Ästhetik und scheinbarer Regel-Losigkeit steckengeblieben ist. Hier staunen wir über die Identität des anonym gebliebenen Artists – wir haben es bei MOST mit einem Erneuerer zu tun, der, mit dem subtilem Humor des Designers, unsere formalen Erwartungen geradezu parodiert und dabei in eine faszinierende Zwischenwelt einlädt.

Hier kommt der ursprüngliche Kernbegriff des Graffiti wieder zu Ehren, der den Gründungsmythos für immer geprägt hat: Style als Vorraussetzung und als Ziel. Und schließlich: Hier findet sich Individualismus auf höchster Stufe, der seinen eigenen Corporate look produziert. – Matthias Gephart, Disturbanity Graphics

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